Quelle: www.kreiszeitung.de vom 11.07.2009
Rubrik: Lokalsport Kreis Diepholz
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"Balken war wie ein Katapult"

Neele Eckhardt hält Absprungdruck nicht stand und wird im Dreisprung mit 12,61 Metern WM-Zehnte

BRIXEN (töb) Den Endkampf im Dreisprung bei der Junioren-WM in Brixen/Südtirol hatte die Neele Eckhardt (TSV Asendorf) am Mittwoch erreicht (wir berichteten). Für das gestrige Finale rechnete sich die 17-Jährige durchaus Chancen aus, vielleicht sogar an den Medaillenplätzen zu schnuppern. Doch es kam anders: Mit für sie nicht gerade berauschenden 12,61 Metern langte es nur zu Platz zehn. Mit 13,63 Metern ging Gold an die Russin Yana Borodina.

Ihren besten Satz lieferte die Gymnasiastin im Feld der zwölf Finalistinnen gleich im ersten Versuch ab. Da hatte sie schon mal eine Weite stehen, die aber noch nicht reichte, um später auch den Endkampf der besten acht Starterinnen zu erreichen.

"Neele war schon den ganzen Tag über ziemlich nervös. Das ganze Drumherum bei ihrer ersten Weltmeisterschaft hat sie doch nicht einfach mal so eben weggesteckt. Das ging schon beim Warmmachen los. Auch da war schon viel Trubel", berichtete Eckhardts Heimtrainerin Ute Schröder, die wie schon am Mittwoch ihrer Athletin im Stadion die Daumen drückte. Der zweite Versuch sah dann erheblich besser aus. Eckhardt traf (im Gegensatz zu den Sprüngen in der Qualifikation) den Balken passgenau. Aber was war das? Mitten im Sprung machte sie auf, brach den Sprung ab und landete schon bei 11,35 Metern. Eckhardt klärt auf: "Ich war das gar nicht gewohnt, dass ich den Balken so gut treffe. Das fühlte sich an wie auf einem Katapult. Ich konnte den Druck im Sprung einfach nicht halten." Schröder jedenfalls verschlug's fast die Sprache: "Das wäre der beste Sprung ihres Lebens geworden. Mit dem hätte sie ganz weit vorn landen können." Der dritte und letzte Versuch des Vorkampfes war dann ungültig.

Heute Qualifikation

im Weitsprung

Damit war für Eckhardt (Bestleistung 13,13 m) der Wettkampf vorbei.

Der Wettkampf schon, aber nicht die WM. Heute Morgen geht's um 9.30 Uhr mit der Qualifikation im Weitsprung weiter. Die geforderte Weite für das Finale am Sonntag beträgt sechs Meter. In diesem Jahr ist Eckhardt schon 6,18 Meter gesprungen. "Ich denke, dass Neele den heutigen Wettkampf abschütteln kann. Weitsprung ist ja ihre eigentliche Disziplin - da wird sie sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen lassen", hofft Schröder.




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