Quelle: www.kreiszeitung.de vom 17.02.2009
Rubrik: Lokalsport Kreis Diepholz
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Eckhardt wird zur "Silber-Queen"

Deutsche Vizemeisterin im Weit- und Dreisprung / Berufung ins Nationalteam / Marathon bei der Dopingkontrolle

Pure Dynamik: Neele Eckhardt erwischte gerade im Weitsprung einen Glanztag, sprang mit 6,17 Metern neue persönliche Bestleistung und holte damit DM-Silber. Fotos (2): Görlitz

NEUBRANDENBURG (el)

Ganze drei Zentimeter fehlten - und die Leichtathleten des TSV Asendorf hätten ihre erste deutsche Meisterin feiern können! Gefeiert wurde auch ohne Gold, denn als zweifache Vizemeisterin übertraf Neele Eckhardt bei den deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften in Neubrandenburg bei weitem alle Erwartungen.

Die ersten DM-Medaillen, die erste Dopingkontrolle, die erste Nominierung in die Nationalmannschaft. Das Wochenende in Neubrandenburg war für Neele Eckhardt randvoll mit Erlebnissen und Eindrücken. "Total happy" war die 17-Jährige am Ende. "Sie hat das Ganze sicher noch gar nicht so ganz richtig realisiert", vermutete Heimtrainerin Ute Schröder, die schließlich auch nur über die "gehörige Portion Selbstbewusstsein" staunen konnte, mit der Neele Eckhardt den ganzen Trubel meisterte.

Der Reihe nach. Zunächst stand der Dreisprung auf dem Programm. Neele Eckhardt gelang eine gute Serie von Sprüngen, alle jenseits von 12,50 Metern. Mit Einstellung ihrer persönlichen Bestleistung von 12,79 Metern sicherte sich Eckhardt Silber - für sie die bestmögliche Platzierung hinter der zwei Jahre älteren Siegerin Kristin Gierisch (LAC Erdgas Chemnitz/13,52 Meter), und zugleich mit rund 40 Zentimetern Vorsprung auf Platz drei.

Doch dann passierte etwas Unerwartetes: Neele Eckhardt wurde zur Dopingkontrolle gebeten. Die nötige Menge Urin in der geforderten Dichte abzuliefern, entwickelte sich zu einem ungeahnten Problem. Mit Ende des Dreisprungwettkampfes um 16 Uhr stand Neele Eckhardt unter ständiger Aufsicht der Dopingkontrolleure. Nachdem etliche Proben im Bereich der Wettkampfstätten nicht verwertbar waren, begleiteten die Kontrolleure die junge Athletin ins Hotel. Um exakt 23.15 Uhr gaben die Kontrolleure schließlich grünes Licht. Neele Eckhardt durfte endlich wieder etwas trinken. Eine ordentliche Vorbereitung auf ihren zweiten Wettkampftag hatte sich damit für sie allerdings erledigt.

Zu Beginn des Weitsprungwettbwerbes am Sonntagmittag schien es zunächst auch ganz so, als ob der Vortag seine Spuren hinterlassen hätte. Nach den ersten beiden Sprüngen musste Eckhardt sogar um einen Endkampfplatz unter den 23 Starterinnen bangen. 5,97 Meter im dritten Durchgang brachten sie dann doch sicher ins Finale. Und dann kam der fünfte Durchgang: Mit neuer Bestleistung von 6,17 Metern erzielte Eckhardt exakt die Weite, mit der die ebenfalls zwei Jahre ältere Lisa Steinkamp (VfL Sindelfingen) seit dem ersten Durchgang führte. Doch die Konkurrentin

Ende Februar

nach Frankreich

konterte, steigerte sich auf 6,19 Meter und damit war der Kampf um Platz eins und zwei entschieden.

Mit zweimal DM-Silber war für Neele Eckhardt und den TSV Asendorf damit der bislang größte sportliche Erfolg perfekt. Für Eckhardt bleibt nicht viel Zeit zum Ausruhen. Noch in Neubrandenburg wurde die 17-Jährige in den Nationalmannschaft berufen. Ende Februar wird sie für den Deutschen Leichtathletikverband beim U 20-Länderkampf in Frankreich an den Start gehen.




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